Geschichte

Riederau wurde im Jahre 1126 erstmals in einer Urkunde unter Abt Sigehard von Wessobrunn (1111-1128) erwähnt. Die Urkunde gibt zu wissen, daß vor fast 900 Jahren der Edelfreie Konrad von Holzhausen (am Ammersee) sein Gut in „Riderowe“ zu einem Teil an Udalschalk von Maisach und zum Anderen an Walter von Egling vergibt, mit der Bitte, es dem Kloster Wessobrunn „auf ewig“ zu übereignen. Leider ist nicht festzulegen, um welchen der beiden späteren Höfe es sich dabei gehandelt hat.

Der Stohrerhof – Ein Denkmal im Wandel der Zeiten…

Diese Beschreibung passt wohl am besten auf das überdurchschnittlich stattliche Bauernhaus in Riederau (der Au von Rieden), da sich hier im Laufe der letzten drei Jahrhunderte viele grundlegende Dinge verändert haben. Es ist ein bewegender Weg über viele Stationen, viele Besitzer und unterschiedlichste Nutzungen, die wir versuchen wollen hier etwas transparent zu machen.

Das stattliche Anwesen, welches direkt an der alten Römerstrasse zwischen Augsburg und Brenner liegt, gehörte zum Kloster Wessobrunn und kam durch Tausch 1388 in der niederen Gerichtsbarkeit und als Lehen an die Klosterhofmark Dießen, wo er bis zur Säkularisation 1803 verblieb. 1848 hob der Staat die Grunddienstbarkeit auf und der Hof ging an die damaligen Besitzer als Eigentümer über.

Die Liste der noch bekannten Eigentümer:
um 1580 -1650 M. Riederauer
bis 1712 Matheus aus Happerg
bis 1765 Ludwig von Riederau
seit 1765 Lorenz Giggenbach aus Memming bei Hagenheim
anschließend sein Schwiegersohn Stohrer in zwei Generationen
seit 1938 Geschwister Heitmeier aus Oberammergau
seit 1967 mit Urkunde vom 30.07.1967 Kreis Landsberg am Lech (Der Stohrerhof wurde vom damaligen Landrat Müller-Hahl in das Museum „Kreisheimatstuben“ umgewandelt.)
2005 verkaufte das Land uns den stark sanierungsbedürftigen Gutshof, nachdem die Besucherströme im Museum ausblieben und im letzten Jahr des Museumsbetriebs nur 10 Besucher gemeldet wurden.

Von der Anlage her war der Stohrerhof ein Einfirsthof. Stall und Stadel befanden sich mit dem Wohnteil unter einem Dach. Dabei lag die Tenne ebenerdig zwischen Wohnräumen und Stallteil, was den charakteristischen Mittertenn-Grundriss ergibt.

Der seit 1765 nachweisbare Hofbesitzer Lorenz Giggenbach hat um 1770/80 den heute noch stehenden Hof unter Verwendung von Tuffquadern älterer Gebäudeteile erbaut. Auf ihn geht der Hausname „beim Lenzbauer“ (vom Vornamen Lorenz), später auch „beim Oberbauer“ im Gegensatz zum „Unterbauer“ (Haus-Nr. 1) zurück.

Um 1650 hatte das Haus einen Schätzwert von 800 Gulden. Der damalige Viehbestand betrug 6 Pferde, 2 Füllen, 8 Kühe, 8 Jungrinder und 12 Schafe.

1967 erwarb der Landrat Müller-Hahl den Stohrerhof für 40.000 DM.

Im Jahr 1971 konnte im Garten hinter dem Haus ein Getreidekasten aufgestellt werden, der jedoch ursprünglich nicht zu diesem Anwesen gehörte. Er stammt aus dem Jahr 1696 (von dem Wessobrunner Zimmermeister Veit Üblhör) und stand vorher in Pessenhausen bei Rott. Das Bundwerk im Giebel stammt von einem abgebrochenen Haus in Dießen am Ammersee.

Mit Verkauf des Hofes 2005 durch das Landratsamt Landsberg am Lech  verbrachten diese bedauerlicherweise, in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege, das gesamte Interieur des Hofes (Öfen und Kamine, Türen, Schränke, Herrgottswinkel, Tische, Betten und alle anderen Gegenstände) in ein eigens errichtetes „Zwischenlager“ nach Landsberg am Lech. 

DownloadChronik von Diessen (Jos.Anton Hugo_Pfarrer in Diessen) 1901

Direkt buchen.

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!