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Gut Stohrerhof Riederau am Ammersee

Journal · Ammersee & Umgebung

Wintergäste am Ammersee: Wenn die Wasservögel aus dem Norden kommen

Ein Trupp Wasservögel auf dem ruhigen Ammersee in der Abenddämmerung, dahinter die verschneite Alpenkette

Wenn im Herbst die letzten Ausflugsschiffe am Riederauer Steg angelegt haben, wird es am Ammersee still. Ganz leer wird er aber nicht. Gerade jetzt, im November, kommen andere Gäste: Enten, Taucher und Schwäne, viele aus dem Norden und Osten Europas. Jedes Jahr verbringen rund 10.000 bis 20.000 Wasservögel den Winter auf dem See. Für uns gehört das zu den schönsten Dingen der stillen Jahreszeit. Hier ist, wo und wie Sie die Wintergäste am besten erleben.

Der Holzsteg in Riederau im Abendlicht, mit Blick über den Ammersee zum Ostufer

Ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung

Der Ammersee steht seit 1976 auf der Liste der Ramsar-Konvention, einem weltweiten Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten. Zusammen mit seinen Ufern gilt er als international bedeutsames Durchzugs- und Überwinterungsgebiet. Die Vögel finden hier, was sie im Winter brauchen: Nahrung im flachen Wasser und Ruhe auf der großen, offenen Fläche.

Auf den bayerischen Seen steigt die Zahl der Wasservögel im November deutlich an, wenn die Wintergäste eintreffen. Der Höhepunkt dauert meist bis in den Januar. Wer jetzt kommt, kommt also genau richtig.

Wer jetzt auf dem See zu sehen ist

Zu den Wintergästen am Ammersee gehören Reiherenten mit ihrem schwarz-weißen Gefieder und dem kleinen Schopf am Hinterkopf, Tafelenten mit rotbraunem Kopf und Schellenten, deren Männchen einen runden weißen Fleck an der Wange tragen. Auffällig ist die Kolbenente: Die Männchen haben einen leuchtend rostroten Kopf und einen roten Schnabel. Dazu kommen Haubentaucher, die lange unter Wasser bleiben und weit entfernt wieder auftauchen. Mit etwas Glück sehen Sie auch Singschwäne, die nur im Winter zu uns kommen.

Viele Vögel halten Abstand zum Ufer. Ein Fernglas lohnt sich deshalb sehr. Am besten sind ruhige, klare Vormittage, wenn kaum Wind über das Wasser geht.

Wasservögel fliegen dicht über dem Ammersee vor orangefarbenem Abendhimmel

Ans Südufer: die Vogelfreistätte

Der beste Ort für die Vogelbeobachtung liegt nur wenige Autominuten südlich von Riederau. Am Südende des Sees, wo die Ammer in den See fließt, liegt das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Ammersee-Südufer“. Hier gibt es Schilf, Auwald und flache Buchten. Von Dießen aus erreichen Sie eine Beobachtungsplattform zu Fuß, nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt. Weitere gute Stellen sind der Ammerdamm und Aidenried am Südostufer.

Bitte bleiben Sie dort auf den Wegen und halten Sie Abstand. Jede Störung kostet die Vögel Kraft, die sie im Winter dringend brauchen. Und wer ohnehin nach Dießen geht, verbindet die Runde gut mit einem Besuch im Marienmünster oder einem Spaziergang durch den Schacky-Park.

Ein Schwan fliegt tief über den Ammersee.

Mit Fernrohr und Fachleuten: Führungen im November und Dezember

Wer mehr über die Vögel erfahren möchte, geht am besten mit Fachleuten los. Im Programm „Natur erleben“ der Region stehen in den kommenden Wochen diese Termine:

  • Samstag, 14. November, 14 bis 16 Uhr: Führung im Schacky-Park in Dießen, über Parkgeschichte und alte Bäume. Ohne Anmeldung, kostenfrei, Spenden erbeten.
  • Sonntag, 15. November, 10 bis 13 Uhr: Wasservögel beobachten an der Roseninsel, am Nachbarsee in Feldafing. Treffpunkt ist der Fähranleger gegenüber der Insel. Mit Spektiven, ohne Anmeldung, kostenlos und auch für Rollstuhlfahrer geeignet.
  • Samstag, 12. Dezember, 15.30 bis 17 Uhr: Kornweihen im Ampermoos am Nordende des Ammersees. Im Winter fliegen diese seltenen Greifvögel abends zu ihren Schlafplätzen ein. Anmeldung über die VHS Herrsching/Ammersee-West, dort erfahren Sie auch den Treffpunkt.

Bei Nebel, Dauerregen oder Schneefall können die Vogelführungen ausfallen. Fragen Sie deshalb kurz vorher nach, ob der Termin stattfindet.

Abends zurück in die Stube

Wenn es früh dunkel wird, sind Sie schnell wieder auf dem Hof. In der Bauernstube wärmt der Grundofen, in der Lounge und im Wohnzimmer im 1. Obergeschoss brennt der Kamin. Am vergrößerbaren Stubentisch sitzen mit einem Beistelltisch alle bis zu 15 Gäste an einer Tafel. Dort lässt sich gut erzählen, wer heute die erste Kolbenente entdeckt hat.

Ob Sie mit Familie, mit Freunden oder mit einem kleinen Team kommen: Auf dem Hof sind Sie immer unter sich, im Haupthaus ebenso wie im Gutshof komplett. Den Preis für Ihren Zeitraum sehen Sie sofort im Kalender. Wir freuen uns auf Sie.

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